Historische Klaviere glänzen

So ein Flügel der Marke Erard stammt noch aus Zeiten, bevor die Motorisierung die Welt umstülpte. Das bei Piano Rosenkranz akribisch restaurierte Instrument von 1850 wird dennoch keine Misstöne von sich geben, wenn es Kraftpaket genannt wird. Hochtourig lässt es sich ebenso zuverlässig fahren wie mit kaum spürbarer Drehzahl. (…)
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Stimmungsvielfalt auf historischem Flügel

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Avantgardist zu entdecken: Frédéric Chopin

Fabelhafter Klavierabend mit Mathias Weber

Dieser Artikel erschien in der Zeitung
DIE WELT im Dezember 2013
Von Lutz Lesle

Wer als Kriegskind angstvolle Nächte in Luftschutzräumen zubrachte, den überkommt beim Betreten des Hochbunkers an der Feldstraße Beklemmung. Hier aber findet die Reihe „Bunkerrauschen“ statt, in der sich der Hamburger Pianist Mathias Weber an seinem Erard-Flügel von 1858 zum 3. Advent zweimal mit einem Programm hören ließ, das kühn erwog: „Chopin – ein Avantgardist?“
Wohin der feinnervige Pole noch gelangt wäre, hätte ihn die Schwindsucht nicht mit 39 Jahren hingerafft – das zu erahnen gab Weber im ersten Teil seines Recitals vielfältig Gelegenheit. Seine These, die späte Werkgruppe der Opera 59 bis 62 bilde eine substanzielle Einheit, untermauerte der Pianist nebst einführender Worte vor allem mit der Überzeugungskraft seines hochkultivierten Tastenspiels. Wobei er auswendig vortrug, was nach Noten gar nicht aufführbar ist – das Wunderwerk der „Barcarolle“ etwa, die schon auf Liszts impressionistische „Jeux d’eau à la Villa d’Este“ hindeutet, wenn nicht gar an Debussys „Reflets dans l’eau“ oder Ravels „Ondine“ denken lässt. Wie aus der Romantik gefallen wirkten auch die brüsken Umschwünge in der „Polonaise-Fantasie“.
Das Ganze auf einem Flügel zu hören, dessen Fabrikant auch Liszt und Wagner belieferte, war ein Klangerlebnis feinster Art. Wer geglaubt hatte, die tonalen Grenzgänge in Liszts „Funerailles“, das Herzflimmern in dessen Klavier-Paraphrase auf Isoldes Liebestod oder der Tröpfchenregen seiner römischen Wasserspiele seien auf einem Erard-Flügel nicht darstellbar, verließ die unholde Stätte um eine Erfahrung reicher.

Pressespiegel Konzerte Mathias Weber

Textauszüge aus bisher erschienenen Zeitungsberichten:

Klares Konzept und kraftvolle Akzente – Ein kraftraubendes Programm hat sich der Hamburger Pianist Mathias Weber verordnet. /…/Wie sehr eine gute Technik auch den Kräftehaushalt günstig beeinflusst, bewies Mathias Weber mit Chopins 24 Préludes in denen er sich bis zum Finale souverän zu steigern vermochte. Auch in diesen Stücken beeindruckte die entschiedene, bei aller Virtuosität klare Linienführung, die sich nicht in kleinliche Irrwege verzettelte.
Hamburger Abendblatt

Ideales Ineinander von Solo und Orchester – Erstes Kieler Mozart-Konzert unter GMD Seibel mit dem Pianisten Mathias Weber – /…/dem Pianisten Mathias Weber gelang es problemlos sich kontinuierlich quasi in das Orchester hineinzuschmiegen, immer in engstem Kontakt mit ihm zu bleiben, ohne aber seine Individualität zu opfern. /…/das Andante, das mit seiner vollendeten inneren Ruhe, der Schönheit der Farben /…/und dem Ineinander von Solo und Orchester dem klassischen Ideal einer harmonischen Übereinkunft von Individuellem und Allgemeinem am nächsten kam.
Kieler Nachrichten

Konzert von musikalisch wie künstlerisch hohem Niveau zum Abschluss der Saison – /…/ Wer Bach so spielt wie Mathias Weber, dem könnte man stundenlang in dieser Klangwelt folgen, die in ihrer Klarheit des Kontrapunktischen und dem intuitiv „Genialischen“ eine einmalige Verbindung gefunden hat. /…/ Es gab beglückende Augenblicke von höchster musikalischer Spannung und Ausdruckskraft.
Ruhr Nachrichten

Kühn und unsentimental gespielt – Klavierabend von Mathias Weber im Henkell-Marmorsaal- /…/Der 1959 in Göttingen geborene Mathias Weber gefiel von der sehr konzentrierten Art des Spiels, einem entschiedenen Ernst der Interpretation her ebenso wie mit gegründeter Technik und klarem Klangsinn.
Wiesbadener Tagesblatt

/…/Seine Wiedergabe von Mozarts A-Dur Sonate KV 331 war ein Muster an Genauigkeit und Strenge, ein kaum mehr erreichbares Exempel detailliert herausgearbeiteter Tiefendimension. Kaum etwas Rokkokohaftes blieb dem Werk, das Weber selbst noch im Alla-Turca-Finale an die Grenzen seines expressiven Potentials führte. /…/
Die Welt

Ein warmes Herz und kalte Füsse – in Hasselburgs Scheune spielte der Pianist Mathias Weber Brahms und Beethoven – /…/mit so großer Sensibilität, dass einem das Herz warm wurde, die Restgröße Körper jedoch war am Bibbern. Der einzige, der warme Hände hatte, war Mathias Weber. Der mutete sich ein enormes Programm zu, denn es gibt keine leichten Stücke von Brahms./…/einfühlsam und geistig diszipliniert gestaltete er die Variationen D-Dur op. 21/1, die halsbrecherische Paganini_Variationen, die Walzer op.39 und im zweiten Teil Beethovens späte „Hammerklavier-Sonate“.
/…/er spielte wie für sich allein, fast unmerklich wuchs die Musik über ihn hinaus. Das Publikum lauschte gespannt, wie immer, wenn einer wirklich was „zu sagen hat“.
Lübecker Nachrichten

Neue Musik der eher „verbindlicheren“ Art zeigte sich bei Prokofieffs 3. Klavierkonzert C-Dur op. 26, dem Mathias Weber ein vorzüglicher Interpret war. Bei Weber ist alles da: die gestochen präzise und überlegene Technik, die den unglaublich virtuosen Anforderungen des Werks, seinen kaskadenartig gewaltigen Läufen und vehementer Akkordik (die hier wirklich einmalig klingt!)gerecht wird, der Sinn für poetische Valeurs, feine meditative Zwischentöne und witzige Einfallsblitze, die die blanke Brillanz des Werkes immer wieder durchbrechen.
Nordwest-Zeitung

Mathias Weber und Philharmonische Bläsersolisten Berlin zu Gast
/…/Vor allem in Mozarts Klavierquintett war das Kunststück fertiggebracht, die geniale Satzkunst des Spätstils und subtile Klangverschmelzung der Instrumente gleich eindrucksvoll zu präsentieren, und so konnten sich Klarheit der Zeichnung, makellos klare Form und „Klangphantasie“ des Werkes aufs Schönste entfalten. /…/Bei alledem hat sich Mathias Weber (Klavier) als technisch brillanter, nuancenreicher, zuverlässiger Partner erwiesen – als echt „kammermusikalischer“ Pianist, der mit den übrigen Spielern lebendig korrespondiert, die Klarheit und Geschlossenheit der Konzeption von Werk und Wiedergabe vollendet mitträgt, dabei ein feines Gespür für Struktur und Ausdruck entwickelt.
Nordwest-Zeitung

Mathias Weber (Klavier) und Christian Brunnert (Violoncello) spielten zum Schluss Weberns Stücke op. 11 und Brahms F-Dur Sonate so schön und überlegen, dass jedes kritische Wort verstummt.
die Welt

/…/ Seine Darbietung von Mozarts letztem Klavierkonzert wurde zu einer kleinen Sensation. Er erwies sich nicht nur – was heute bei der harten Konkurrenz selbstverständlich sein muss – als ein technisch versierter Pianist, der in der Schule der Geläufigkeit sein Pensum fleißig gelernt hat. Sondern er ist vor allem ein Musiker, der auf andere hören kann, im Dialog mit den Bläsern geschickt auf diese einzugehen weiß und vor allem ein Gefühl für empfindsame Melodieführung hat /…/
Hamburger Abendblatt

Ein grandioser Klavierabend
Mathias Weber zauberte aus dem Flügel strahlende Brillanz

Sein Programm kann als Musterbeispiel einer fast architektonisch aufgebauten Ausdruckssteigerung gelten./…/ In der „Ondine“ taucht die Nymphe in einer bisher nie gehörten Art des Tremolos, einem Cis-Dur-Klanggeriesel, aus der Flut empor und versinkt wieder. /…/ In Scarbo“ schließlich häufen sich technische Neubildungen und exaltierte Dissonanzen zu einem infernalischen Spuk. Hier wird offenbar mit Entsetzen Scherz getrieben: das völlig entfesselte Spiel des Künstlers schlug das Publikum in seinen Bann. – /…/In der Erkenntnis, ein pianistisches Ausnahmeereignis erlebt zu haben, applaudierten die Zuhörer lange und begeistert.
Ostfriesen Zeitung

Schuberts späte A-Dur-Sonate D 959 bestätigt Webers imponierendes Gespür für Gliederung wie für poetischen Ausdruck.
Frankfurter „NEUE PRESSE“

Gemeißelte Strenge und subtiler Klang /…/Mathias Weber ist nicht nur ein vorzüglicher Techniker, sondern ein intelligenter, sensibler, ungemein sorgfältig arbeitender Musiker, der seine Virtuosität niemals selbstzweckhaft einsetzt. Wandlungsfähiger farbiger Anschlag, ausgeprägter Sinn für (romantischen) Klang wie für Konstruktion, künstlerische Besonnenheit, die alles Sich-verlieren in Details dennoch glücklich vermeidet, die Gestaltung großer Formen, Entwicklungen, Kontraste – alles ist da.
NWZ

/…/ Bei Brahms f-Moll_Sonate entschied Weber sich für den symphonischen Klang und bezeugte, dass er orchestral zu denken vermag. Dabei gestaltete er mit wacher Intelligenz. Die klar durchmodellierte melodische Zeichnung hielt den Hörer in Atem und ließ ihn am musikalischen Prozess teilnehmen. Da Weber das Manuelle mit eleganter Hand beherrscht, konnte er sich ausschließlich auf die Musik konzentrieren. /…/Der Verzicht auf effektvolle Virtuosität kam den schnellen, plastisch ausgespielten Passagen voll zustatten. Denn Schuberts musikalisch verinnerlichte Poesie blieb bei dieser diskret herausgestellten Meisterschaft stets unangetastet.
Weser-Kurier