Mathias Weber – Pianist

 

Klangspektren – Linienspektren

 

Zeitebenen       –    Raumebenen

 

Ausdrucksformen – Rezeptionsformen

 

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Bericht vom ersten Érard-Festival in Hamburg
am 1. und 2. Oktober 2016

Museum für Kunst und Gewerbe
Hamburg

Stephanie und Mathias Weber haben monatelang das Festival vorbereitet, das unter der Schirmherrschaft des Vereins Fanderard und des Französischen Botschafters Philippe Étienne und in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Konservatorium stattfand. Die Herausforderungen waren groß, sowohl in finanzieller als auch in logistischer und künstlerischer Hinsicht.

Es sei daran erinnert, dass Hamburg die Steinway-Stadt ist! Ein Érard-Festival in Hamburg zu organisieren ist also ein bisschen wie eine Rolls Royce Oldtimer-Meeting in Stuttgart zu veranstalten.

Das Festival erstreckte sich über ein ganzes Wochenende. Für die Mitglieder von Fanderard begann es bereits am Freitagabend mit einem Empfang im Hause Weber, wo sie von einem Abendessen und zwei Érard-Flügeln begrüßt wurden. Erwähnenswert ist, dass einige Mitglieder des Vereins bei Webers und deren Freunden untergebracht werden konnten.

Mehrere Vereinsmitglieder und auch solche, die es werden wollen, sind von weither angereist: Aus Belgien Christian Coppey, Jean-Paul de Backer, aus Frankreich Marie-Ange Pector, Marc Mougenot, Jean Louchet, Xavier Wohleber, Claire Perrin, Gudrun und Serge Baggi und natürlich Françoise Tillard, die als Künstlerin am Festival teilnahm, Cécile, Veronique und Karim Haggouchi aus Wiesbaden, und aus Hessen Florence und Karl Duchène-Schwerdt. Wir heißen diejenigen willkommen, die während des Festivals zum Verein hinzugestoßen sind, wie z.B. Bernard Lemercier aus Belgien.

Während des gesamten Festivals wurde auf Deutsch, Englisch und/oder Französisch kommuniziert, bei jedem Ereignis wenigstens auf zwei der drei Sprachen. Dadurch entfiel jede Sprachbarriere.

Samstagmittag : Führung durch die Instrumentensammlung, Vorträge und ein kleiner musikalischer Vorgeschmack (ein kleines amuse-oreilles)

Das Museum für Kunst und Gewerbe beherbergt eine sehr schöne und umfassende Sammlung alter Musikinstrumente, insbesondere Tasteninstrumente, die unter hervorragenden Konservierungsbedingungen aufgestellt sind. Während unten im Spiegelsaal das Konzert vorbereitet wird, führt uns Olaf Kirsch, Kurator der Musikinstrumentensammlung, durch eben diese. Die Führung beginnt mit den ältesten Instrumenten, z.B. einem 500 Jahre alten italienischen Cembalo sowie einem Cembalo des Hamburger Instrumentenbauers Christian Zell vom Beginn des 18. Jahrhunderts, und endet bei Klavieren und Flügeln des späten 19. Jahrhunderts. Herr Kirsch, ganz Musiker, führt übrigens alle besonders erwähnten Instrumente auch vor, indem er für jedes Instrument ein passendes Stück bereithält.
Im Anschluss hören wir die Uraufführung einer Komposition des französischen Komponisten Jacques Erdos, der auch Mitglied von Fanderard ist. Das fröhliche Stück cortège reiht sich perfekt in Debussys Petite Suite ein, aus der zwei Sätze gespielt werden. Interpretiert werden sie von Françoise Tillard und Mathias Weber.

Nach einer kleinen Mittagspause schweigt die Musik zugunsten zweier Restauratoren alter Klaviere. Ulrich Punke aus Oldenburg und Gert Hecher aus Wien. Beide haben übrigens die Erardflügel der Webers restauriert.

Gert Hecher ging auf die bemerkenswerten Neuerungen ein (positive wie negative, in jedem Fall aber irreversible), die das Aufkommen der « westlichen » Klaviere im Allgemeinen, und Érard-Klaviere im Besonderen, in der Wiener Musikwelt mit sich brachte. Ulrich Punke stellte seine Arbeit als Restaurator vor. Die Vortragstexte sind auf der Webseite www.fanderard.org ->Concerts & Évenements, ->Évenements zu finden.

Samstagabend: Konzert

Insgesamt stehen drei „Konzerte“ auf dem Programm, gespielt auf zwei großen Érard-Flügeln (2,40m und 2,48m), die der Sammlung des Museums leihweise zur Verfügung gestellt wurden. Sie sind aus den Jahren 1840 (dem ersten Jahr, in dem Érard die geschwungenen Seitenbegrenzungen rechts und links neben der Tastatur baute, die sich für die nächsten hundert Jahre an Érard-Flügeln finden lassen) und 1857. Beide Instrumente wurden perfekt restauriert.
Die erste musikalische Darbietung -unsere amuse-oreilles– direkt im Anschluss an die Führung durch die Instrumentensammlung bildete den Auftakt. Es folgt der Konzertabend, der nun beschrieben wird und den Abschluss bildet die Matinée am Sonntag.

Nach einer Begrüßungsrede des Direktors des Hamburger Konservatoriums, Michael Petermann, eröffnet Mathias Weber den Abend mit zwei Walzern von Chopin. Es folgen Françoise Tillard, Elina Akselrud, Mayu Sugano, Gundel Deckert (alle am Flügel), Knut Schoch (Tenor), Michael Gonschorek (Querflöte), Maxim Kosinov (Geige) und Javier Bonet (Naturhorn). Die ersten drei Künstler sind den Mitgliedern unseres Vereins keine Unbekannten, spielten sie doch bereits auf Konzerten, die wir früher organisiert hatten. Knut Schoch tritt desöfteren mit Mathias Weber auf. Die Schumannlieder sind feste Bestandteile seines Repertoires.

Wir lauschen mehr als drei Stunden lang hervorragender Musik, geschrieben von den Romantikern Schumann, Chopin, Liszt, aber auch Fanny Hensel, Carl Reinecke und Brahms, bis hin ins 20. Jahrhundert mit Ravel und Kosma.

Das Programm aller Darbietungen findet sich im Anhang.
Eine Auswahl des Programms zum Nachhören findet sich auf der Seite http://mathias-weber.com/erard/erard-festival-2016/#cd

Sonntagmorgen: Konzert der Studenten

Die Studenten des Hamburger Konservatoriums sowie der Hochschule für Musik aus Weimar spielen Werke von Beethoven, Smetana, Liszt, Schumann, Brahms u.a. (Geige-Klavier, Klarinette-Klavier und Soloklavier). Und – das muss man anerkennen – sehr professionell!

Es soll hier noch einmal hervorgehoben werden, dass alle während des Festivals gespielten Werke aus folgenden Epochen stammen: Spätklassik (Beethoven), Romantik (Chopin bis Brahms), zeitgenössisch (Kosma). Es wurde noch einmal bewiesen, dass die Klangfarbe dieser historischen Flügel wunderbar zu deutlich älteren Werken passt (was nichts Neues ist!), aber auch vor allem zu deutlich jüngeren!

Darüber hinaus konnte man feststellen, dass sich Érardflügel hervorragend für Ensemble-Musik eignen. Der orchestrale Klangcharakter dieser Flügel hat die besondere Eigenschaft, die Mitspieler klanglich nicht zu erdrücken (seien es Stimmen oder Instrumente).

Sonntagnachmittag: Stadtführung durch Hamburg

Stephanie Weber führt die Gruppe der Fanderard und alle sonstigen Interessierten durch die Straßen Hamburgs, durch den Regen, zwischen Kanälen, Fleeten ins Hamburger Rathaus zur Binnenalster, an den Hafen und zu den Landungsbrücken wo wir den Ausflug mit einer Rundfahrt auf der Elbe beschließen.

Übersetzung : Karl Schwerdt

Weitere Informationen zum Érard-Festival 2016

wasserdeslebens

Das Wasser des Lebens

Der in Oldenburg aufgewachsene Pianist Mathias Weber spielt Werke von
Liszt, Debussy, Ravel, Chopin, Schubert und Mendelssohn

Matinée am Sonntag, den 4.12.16 um 11:00

fortepianoSalon
Piano Rosenkranz
Waffenplatz 1, Oldenburg

Eintritt: 18€, erm. 12€

Kartenreservierung:
webersteffi5@gmail.com
0179/2305000 (Weber)
oder bei Piano Rosenkranz
Tel: 0441/13948

Wasser, ein Stoff der Mythologie und der Faszination. Als erster Spiegel des denkenden Menschen gilt es als das Element, das Selbstbewusstsein und Vernunft förderte. Es wird aber auch als Spiegel der menschlichen Seele angesehen und ist Quelle der Inspiration für fantasievolle Geister, Heldensagen und die Kunst.
End- und zeitlos bleibt es ein geheimnisvolles Element, das wir zur Matinée am 4.12. musikalisch erfahren werden.
Wir können uns auf drei verschiedene Präsentations- und Ausdrucksformen des Wassers freuen:
1. die naturalistisch poetische Verarbeitung in lautmalerischen Klängen bei den Stücken: Au bord d´une source, Reflets dans l´eau, Au lac de Wallenstadt
2. die mystische, geheimnisvoll-vergeistigte Wiedergabe bei: Les Jeux d´eau à la Villa d´Este und Ondine (Debussy)
3. die großartige in symphonisch anmutenden Klängen endende Wiedergabe bei den Stücken von Schubert und Chopin

Der in Oldenburg aufgewachsene Künstler Mathias Weber präsentiert in meisterhafter Weise Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts.

Wir dürfen uns auf eine ganz besondere Matinée bei Piano Rosenkranz freuen.

Dieu fluvial riant de l´eau qui le chatouille.
Ravels Anmerkung zu Jeu d´eau (Zitat von Henri de Régnier)

Heimspiel – von der Waterkant zurück in die alte Heimat

Der in Oldenburg aufgewachsene Pianist Mathias Weber präsentiert sein Wasserprogramm auf historischen und modernen Flügeln im fortepianoSalon bei Piano Rosenkranz

Mathias Weber ist in Oldenburg aufgewachsen, erhielt dort seinen ersten Klavierunterricht bei Werner Kracke und spielte mit 8 Jahren sein erstes Konzert mit Werken von Bach (Wohltemperiertes Klavier), Mozart und Hindemith. Ein wenig später trat er mit der Oldenburger Staatskapelle auf und spielte Werke von Mozart, Prokofieff, Stravinsky, Beethoven, Brahms und Chopin.
Es folgte ein Studium in Hamburg in den Fächern Klavier, Dirigieren und Komposition.
Mathias Weber war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Bundesauswahl Konzerte junger Künstler. Von den ihm verliehenen Preisen seien stellvertretend die des ARD-Wettbewerbs und des internationalen Wettbewerbs in Rom genannt. Konzerte führten ihn als Solisten, Kammermusiker und Liedbegleiter in zahlreiche europäische Länder sowie in die USA und nach Ostasien. International namhafte Dirigenten, Orchester und Solisten waren seine Partner. Diverse CD-Produktionen geben Auskunft über das vielfältige Repertoire des Musikers. Im Schleswig-Holstein Musik Festival übte Mathias Weber in der Orchesterakademie eine langjährige Lehrtätigkeit aus. Weitere pädagogische Stationen waren das Hamburger Konservatorium und die Musikhochschule Hamburg. Seine Studenten sind weltweit tätig und können auf internationale Preise verweisen. Mathias Weber ist auch als Verfasser musiktheoretischer Essays von Bearbeitungen hervorgetreten. Seine Fassungen der Quintette von Franck und Brahms für Klavier und Orchester sind bereits von international renommierten Orchestern aufgeführt worden. Weitere Bearbeitungen wie z.B. das Dvorak Cellokonzert für Cello und 2 Klaviere, Chopin 3 Mazurken, Op. 56 für Kammerorchester sowie Brahms Klarinettensonate F-Moll als Kammersymphonie für Orchester und Klarinette geben einen Einblick in das breite Spektrum seines musikalischen Wirkens.

Vor einiger Zeit ist der Wahl-Hamburger Mathias Weber auf seiner „Suche nach dem verlorenen Klang“ auf die Érard-Flügel des 19. Jahrhunderts gestoßen, die man als Vorläufer des modernen Konzertflügels bezeichnen kann und deren Klangmöglichkeiten uns in eine authentische Atmosphäre der damaligen Musikwelt versetzen können.
Komponisten wie Chopin, Liszt, Berlioz, Beethoven, Wagner und Brahms besaßen oder spielten gerne einen Érard-Flügel, der einen sehr reinen, klaren und farbenreichen Klang hervorbringt und sich daher besonders gut für die perlenden Wasserläufe eignet, die die musikalische Matinée mit dem Titel Das Wasser des Lebens durchziehen.

Das Wasser des Lebens

Eine Matinée mit Mathias Weber

Franz Schubert (1797-1828)
Impromptu

Franz Liszt (1811-1886)
Au bord d´une source
Au lac de Walenstadt

Claude Debussy (1862-1918)
Reflets dans l´eau
Ondine

Maurice Ravel (1875-1937)
Ondine

PAUSE

Felix Mendelsson Bartholdy (1809-1847)
Venezianisches Gondellied
Fis-Moll Op. 30, Nr 6

Frédéric Chopin (1810-1849)
Barcarolle, Op.60

Franz Schubert (1797-1828)
Andantino aus der Sonate A-Dur D 959

Franz Liszt (1811-1886)
Les Jeux d´Eaux à la Villa d´Este

ERARD-Festival 2016

Auf der Suche nach dem authentischen Klang

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